Blog von Louise
Auf Wiedersehen!
Ich schreibe jetzt meinen letzten Eintrag in den Freiwilligen Blog - aber eigentlich bin ich keine Freiwillige mehr! Gestern war nämlich mein letzter Tag hier bei der AGSA. Es war ein ganz komisches Gefühl - irgendwie feierlich und traurig zugleich. Wir hatten eine Party für mich und auch für Marta, die Freiwillige vom Offenen Kanal Magdeburg, deren letzten Tag es aauch war...
Das Ende des Eurocamps
Unglaublich, aber das Eurocamp ist vorbei! Da muss ich einen Beitrag schreiben ... die Frage ist nur, wie fasst man drei Wochen in einem Beitrag zusammen? Kann man eigentlich nicht, also werde ich einfach die Highlights beschreiben. Besonders toll fand ich unser Hauptprojekt (auch wenn es Schwierigkeiten gab) - ich hätte nie erwartet dass sich die Teilnehmer so motiviert engagieren würden. Und wer weiß, vielleicht hat mein Auftritt als Keira Knightley ein bisschen zu dieser Motivation beigetragen! Da ich Keira Knightley aber beim besten Willen nicht sehr ähnlich sehe, kann es auch sein dass Denzel Washington (alias Jonathan) eine größere Wirkung hatte ... Selbstverständlich hat auch die Kulturnacht viel Spaß gemacht, mit Liedern, Tänzen und Märchen aus ganz Europa - zig viele Eurocamper beim Irish Dancing ist ein sehr schöner Anblick! Eine Veranstaltung ganz anderer Art war die Jugendkonferenz, wo die Jugendlichen zu Politikern wurden und, nach stundenlangem hartem Debattieren, ein Abschlussdokument mit vielen Thesen zum Zusammenleben der Bürger Europas verabschiedet haben - dieses Abschlussdokument reichen wir an den Europaminister Sachsen-Anhalts, Herrn Rainer Robra, weiter. Kaum war die Jugendkonferenz vorbei, mussten wir uns schon auf die nächsten großen Veranstaltungen vorbereiten ... Die Übergabe der Arbeitsprojekte am Freitag war ein stolzer Moment für uns alle - und das Internationale Buffet am Freitagabend war einfach herrlich! Ich erhole mich immer noch davon ...
Der Anfang
Heute ist der fünfte Tag des Eurocamps -- höchste Zeit, dass ich etwas schreibe! Und während dieser fünf Tage ist ganz viel passiert ... Nachdem Teamer und Eurocamper sich am Montag gegenseitig kenne gelernt hatten, fand die offizielle Eröffnungsfeier am Montag statt. Sie wurde vom Europaminister Rainer Robra, Oberbürgermeister Klaus Koschig und vielen anderen prominenten Gästen besucht.
Mein Gott, bin ich müde!
Ich habe gerade ein paar sehr aufregende - und sehr erschöpfende! - Tage erlebt. Am Montag waren ich, zwei andere Freiwillige und ein anderes Mädchen in der Grundschule Wörmlitz. Alle vier von uns kamen aus verschiedenen Ländern - Irland (ich), Frankreich, Polen und Litauen - und unser Besuch fand im Rahmen des Europa-Woche-Programms der Schule statt. Wir wollten den Kindern etwas über unsere Länder beibringen, und jeder von uns hatte eine andere Klasse. Wir wurden von der ganzen Schule mit einem schönen Lied begrüßt, und dann ging es ab in die Klassen. Ich war bei der dritten Klasse, und die Kinder waren toll - sie waren recht begeistert über alles, was ich mit ihnen machen wollte - sie stürzten sich in die Spiele und Aufgaben! Zuerst spielten wir "Leprechaun, Leprechaun wo ist dein Gold?", dann zeigte ich ihnen eine kurze Präsentation über Irland und brachte ihnen ein paar Wörter Gälisch bei, dann machten wir Kartoffelküchlein (die Kinder behaupteten tapfer, dass der daraus resultierende - teilweise verbrannte - Brei doch "fantastisch" schmeckte), dann spielten wir noch ein irisches Spiel ("Greift den Speck"), dann wollten sie unbedingt Autogramme von mir haben(!), und dann mussten wir uns leider verabschieden.
Am Dienstag musste ich sehr früh aufstehen, um rechzeitig die Integrierte Gesamtschule Halle zu erreichen. Dort haben wir den ganzen Tag lang ein Planspiel mit den Schülern und Schülerinnen der neunten Klasse gemacht - die SchülerInnen wurden zu PolitikerInnen, und simulierten eine Sitzung der europäischen Kommission und des europäischen Rats, debattierten Thesen, machten ihre eigenen Vorschläge, schmiedeten Allianzen und verabschiedeten schließlich einige der Vorschläge - es wäre gar nicht schlecht, solche PolitikerInnen in der Wirklichkeit zu haben ...
Also insgesamt ein sehr großes Dankeschön an die Kinder und LehrerInnen der Grundschule Wörmlitz (insbesondere an Frau Franck und an die Kinder der 3. Klasse) und an die SchülerInnen und LehrerInnen der Integrierten Gesamtschule Halle!
So schnell - zu schnell!
Wie schnell die Zeit vergeht! Ich habe gerade mein Midterm-Seminar gemacht, vorher hatte ich ein Training, und vorher war ich in Irland über Ostern. Also gibt es mehrere gute Gründe, warum ich so lange hier nicht geschrieben habe! Das Training war gut, und das Seminar hat Spaß gemacht - ich war in Berlin zusammen mit 25 anderen Freiwilligen. Es war toll, mich mit den anderen Freiwilligen über deren Erfahrungen austauschen zu können. Wir waren in einem schönen Vorort von Berlin, ungefähr eine Stunde vom Stadtzentrum entfernt. Wir haben einen Ausflug in die Stadt gemacht, und meine Gruppe wollte unbedingt das erotische Museum besuchen - ich kann nur sagen, dass manche Leute recht flexibel sind ... Aber es war eigentlich sehr interessant. Wir haben auch das Schwule Museum besucht (auch interessant), das Ritter-Sport Museum (kostenlose Schokolade!) und das DDR-Museum (echt cool - es ging um das Alltagsleben in der DDR, und ganz hinten gab es eine rekonstruierte DDR-Wohnung).
Und jetzt bin ich wieder in Magdeburg, und alles läuft auf Hochtouren, da wir uns jetzt auf unsere große Jugendbegegnung vorbereiten!
ein deutscher Frühling mit Sprachcafe
Es ist wirklich schön in Magdeburg jetzt - die Sonne scheint, aber die Luft ist noch frisch, die Tage werden länger, die Vögel zwitschern ... Frühling ist hier! Leider ist aber unser neuer Freiwillige noch nicht hier, aber hoffentlich kommt er bald - wie immer gibt es viel zu tun! Das Sprachcafe läuft jetzt super, gestern hatten wir sehr viele Leute. Wir hatten eine kleine Feier, da das Sprachcafe einen Preis im Wettbewerb "Jugendfreistil" gewonnen hat.
*Eilmeldung*Eilmeldung*Eilmeldung*Eilmeldung*Eilmeldung*Eilmeldung*Eilmeldung*Eilmeldung*Eilmeldung*Eilmeldung*Eilmeldung*
Ich bin gerade von einem Journalisten unterbrochen worden, der ein Interview mit mir und Sarah machen wollte! Er war vom DATES-Magazin, und wir haben ihm alles über das Sprachcafe erzählt, er hat viele Fotos gemacht usw. Sein Artikel wird entweder im April oder Mai erscheinen - wir werden berühmt! Allerdings wäre es vielleicht besser gewesen, wenn ich mich heute nicht verschlafen hätte, und Zeit gehabt hätte, mir die Haare zu föhnen ... Aber ich habe eine Ausrede, immerhin ging das Sprachcafe gestern Abend bis viertel vor eins.
Abschiede und Theater
Es hat sich einiges getan seit meinem letzten Blog-Beitrag. Der Freiwilligendienst von Deima, der litauischen Freiwillige, ist zu Ende, und sie ist am Montag nach Hause gefahren, um ihr Studium wieder aufzunehmen. Am Freitag hatten wir zwei Abschiedspartys - einmal hier bei uns in der Auslandsgesellschaft, und einmal (am Abend) bei Deima. Das hat sehr viel Spaß gemacht - unter anderem habe ich einen sehr freundlichen Boxer-Welpe kennengelernt - aber es war doch traurig. Ich hasse Abschiede! Jetzt bin ich also die einzige Freiwillige in unserem Büro - es wird noch ein bisschen dauern, bis Deimas Nachfolgerin hier ist. Es gibt sehr viel zu tun, weil ich auch einige von Deimas Aufgaben übernommen habe - heute ist das erste Sprachcafe in dem ich als Mit-Organisatorin auftreten werde - mal sehen, wie es geht.
Inzwischen kommt unser Theaterstück ganz gut voran . Es basiert auf Elias Canettis "Die Befristeten". Unsere Gruppe ist auf Ausländer ausgerichtet - zurzeit besteht sie aus drei Chinesinnen, einem Russen, einer Französin, einer Rumänin und einer Irin (mir), unter der sehr kompetenten Leitung von Steffi - die Akzentenmischung hört sich sehr schön an! Ich hätte nie gedacht, daß mir das Schauspielen so viel Spaß machen könnte - ich glaube, ich habe ein verborgenes Talent entdeckt! Steffi ist auch die Sprachlehrerin für die europäischen Freiwilligen bei AGSA und unseren Partnerorganisationen. Letzte Woche ist das erste Semester unseres Sprachkurses zu Ende gegangen. Wir haben eine kleine Prüfung gemacht, um zu sehen, welche Fortschritte wir während des Semesters gemacht haben - die Ergebnisse kriegen wir aber erst nächste Woche ...
Insgesamt bin ich im Moment eher nachdenklich gestimmt. Fast die Hälfte meines Freiwilligendienstes ist vorbei, und es gibt noch so viel, was ich erleben möchte. Ich habe das Gefühl, das ich es gerade geschafft habe, mich in Magdeburg "einzuleben", und schon muss ich an die Zeit danach denken ...
Ich kann Deutsch ... und ich bin nicht taub!!
Gestern waren mein Chef (Wolle), Deima und ich bei der Auslandsmesse in Magdeburg. Das ist eine Messe für junge Leute, die vielleicht ins Ausland gehen möchten. Wir haben unseren Besuchern alles über den europäischen Freiwilligendienst, über das Eurocamp und über das Sprachcafé erzählt. Während Wolle und Deima einen Vortrag über den EFD hielten habe ich den Stand alleine betreut. Das klappte auch ganz gut, aber ich hatte auch ein etwas nerviges Erlebnis. Eine Frau kam mit ihrer Tochter zu unserem Stand:
Ich: Kann ich Ihnen helfen?
Frau (zu ihrer Tochter): Am besten redest du, ich verstehe kein Wort!
Winter wonderland
Das Wetter in Deutschland zurzeit erinnert mich an das Lied vom Kinderfilm "The Snowman" - "I'm walking in a winter wonderland ..." Es sieht zwar sehr schön aus, aber langsam reicht es mit dem Eis auf der Straße; ich bin schon mehrmals gefallen. Deima findet es ungemein lustig ... naj ja, wenn ich für allgemeine Heiterkeit sorgen kann ...! Eigentlich scheine ich hier eher zu Unfällen zu neigen; vor kurzem wurde ich in unserem Lagerraum eingesperrt. Das ist ein sehr großer Raum im obersten Stockwerk (eigentlich der Dachboden). Die Tür stand offen, ich wollte nur noch schnell rein ... dann hat jemand die Tür zugemacht. Zum Glück wurde ich vom Hausmeister gerettet - er hat gehört, wie ich gegen die Tür gehämmert habe! Es war aber verdammt kalt. Unser Büro befindet sich gegenüber dem Lagerraum; ich konnte Deima und meinen Chef deutlich hören. Sie behaupten, meine Rufe nicht gehört zu haben ...
Leider haben wir immer noch kein Internet zu Hause, was wirklich nervig ist. AGSA ist aber nicht daran Schuld - ich glaube, es gibt eine Verschwörung zwischen den Internetfirmen, uns das Leben schwierig zu machen!
Ich habe mich entschieden, eine neue Sprache zu lernen - die Volkshochschle bietet recht günstige Kurse an. Anlass dafür ist die Tatsache, dass meine Sprachkenntnisse (zumindest im Vergleich zu denen vieler Nichtenglischmuttersprachler) eher bescheiden sind. Vor kurzem habe ich Sarah gefragt, wie viele Sprachen sie beherrscht. Ohne mit der Wimper zu zucken meinte sie "Deutsch, Englisch, Spanisch und Russisch" - als wäre es eine Selbstverständlichkeit, so viel Sprachen zu können! Und vielleicht ist es das auch. Ich kann nur Englisch und (mehr oder weniger) Deutsch - ich möchte eine dritte Sprache haben, aber welche?
Zurück
Hallo, nach den sehr schönen Ferien bin ich zurück in Deutschland. Ich habe fast drei Wochen in Irland verbracht, und ich habe jeden Tag genossen. Es war so schön, Familie und Freunde wiederzusehen - und mein Hund hat mich wieder erkannt! Das Wetter war unglaublich - soviel Schnee habe ich in Irland nie gesehen (das letztes Jahr, das wir vergleichbares Wetter hatten, war anscheinend 1963). Es war allerdings ein bisschen chaotisch, weil die Straßen so gefährlich sind - natürlich gibt es nicht genug Salz. Deswegen sind auch die Schulen alle zu. Am letzten Tag meiner Ferien bin ich mit meiner Familie in den Park gegangen um rodeln zu gehen. (Den Schlitten haben wir eigentlich schon seit 20 Jahren - dieser war sein erster Ausflug und vielleict auch sein letzter!) Es war einfach herrlich, obwohl der Freund meiner Schwester es vollbracht hat, zumindest drei Kleinkinder umzustoßen. Es gab unglaublich viele Leute (die Schulen waren ja zu). In Irland haben die meisten Leute zwar keinen richtigen Rodelschlitten, aber die Leute waren sehr einfallsreich; überall habe ich Tablette, Säcke und sogar Backformen gesehen. Ein Wasserbett und ein "For Sale"-Schild von einem Immobilienmakler waren auch dabei - ich glaube, das ist ein Symbol unserer Wirtschaft!
Der Einstieg ins Flugzeug am nächsten Tag war ziemlich hart, aber das Leben geht halt weiter. Heute ist mein erster Tag im Büro, und es gibt viel zu tun. Wir bereiten uns auf den 16. Januar vor - an diesem Tag findet nämlich die "Meile der Demokratie" statt. Am 17. Januar 1945 wurde Magdeburg bombardiert und fast zerstört; in "Erinnerung" daran organisieren die Neo-Nazis jährlich einen Marsch zum Jahrestag. Vor kurzem haben mehrere Vereine und Organisationen angefangen, eine Gegendemonstration zu organisieren - die Meile der Demokratie. Die diesjährigen Demonstrationen finden am 16. Januar statt, da der 17. ein Sonntag ist. Also wer an diesem Tag in Magdeburg ist - ihr könnt uns gerne unterstützen!





